» Disco

Autor: Sarah

Männer, die es nicht können, werden jetzt genervt mit den Augen rollen, irgendetwas von “inneren Werten” murmeln und beleidigt aufhören weiterzulesen. Nur zu, die Realität wird es nicht ändern.

Wir. Frauen. LIEBEN. Männer. Die. Tanzen. Können.

Ehrlich. Denn es gibt nur wenige Dinge, die mehr Sex-Appeal ausstrahlen als das Tanzen. Es zeigt Energie und Beweglichkeit und wenn ein guter Tänzer in der Disco dann noch mit seinen Blicken zu spielen weiß, ist es um die meisten Damen erstaunlich schnell geschehen. Billiges und plumpes Angetanze mit lächerlichen Hüftbewegungen und Gesten zählen dabei natürlich nicht.

Im Übrigen ist das kein Phänomen, das nur für die Tanzflächen in Discos gilt und für Frauen, die selbst gern tanzen. Auch wenn nicht tanzende Frauen sicherlich behaupten werden, es wäre ihnen egal und tanzende Männer wären für sie nicht mehr oder minder attraktiv als andere - glauben Sie da nicht dran. ;) Es gibt wirklich kaum eine Frau, die bei Dirty Dancing nicht schmachtend vorm Fernseher saß und sich wünschte, in Babys Rolle schlüpfen zu können. Einmal herumgewirbelt werden von Patrick Swayze (der zwar nicht schlecht, aber nun sicherlich auch nicht übermäßig gut aussieht - und trotzdem zum Sex-Symbol einer oder sogar mehrer Generationen wurde) und den Mambo tanzen - das war doch unser aller Traum. Leugnen ist zwecklos.

Und warum turnt es uns so an? Nun, tanzen in Clubs ist zwischen Mann und Frau immer wie ein Spiel. Wie flirten. Nur komplett ohne Worte - und man kann sofort erkennen ob die Chemie stimmt. Und auch schon sehr viel über sein Gegenüber erfahren. Wie entschlossen ist er, ist er selbstbewusst, weiß er sich zu bewegen? Hierbei spielt ein ganz besonderer Nervenkitzel mit rein, denn Vieles von dem, was man beobachtet, überträgt man als Frau gedanklich auf die sexuellen Fähigkeiten des Herren.
Clubs, schön und gut. Aber auch Paartänze haben eine eigene und vielleicht sogar noch stärkere Magie. Der Mann führt die Frau, wirbelt sie umher, fasst sie bestimmt an Schulter und Hüfte und dirigiert sie. Gibt es eine sanftere und gleichzeitig bestimmtere Form von einem Mann so “dominiert” zu werden? Schmelz.

Allen Männern, die nicht tanzen können sei gesagt - man kann das lernen. Die ganzen Standard-Tänze in Kursen, Tanzschulen oder von Freunden. Und das discotaugliche Tanzen (ohne plumpe Hüftbewegungen und lächerlich wirken) ist einfach eine Frage der Übung. ;) Und hauptsächlich soll es ja auch Spaß machen.

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Autor: Sarah

Das Gruselkabinett Disco hatte an diesem Wochenende wieder geöffnet.
Das Szenario war das Gleiche wie immer - der Karaoke-Floor meines Lieblingsclubs.

Auftakt des Abends? Ein älterer Mann, geschätzte 40 Jahre alt, steigt auf die Bühne und singt “Nothing else matters” von Metallica. Mit ihm im Rampenlicht steht seine aufblasbare Gummi-Luftgitarre, die er begeistert und enthusiastisch zur Untermalung seines Auftritts gebraucht. Gute Nummer. Alle lachen und freuen sich. Super, eins zu null für den Typen.

Er verlässt die Bühne schließlich. Bei den nächsten Auftritten anderer shreddert er weiter megacool auf seinem Aufblas-Gestell herum. Ich lächle. Süß.
Eine halbe Stunde später: Egal ob passend oder nicht (in manchen Liedern, zum Beispiel bei “My heart will go on” von Celine Dion kommt nämlich keine E-Gitarre vor…), der Mann rockt kontinuierlich auf seiner Möchtegern-Gitarre ab, und das demonstrativ im Gang, damit ihn auch ja alle sehen. Okay… langsam ist es nicht mehr lustig und er könnte doch wirklich allmählich mal aufhören und sich einfach hinsetzen.

Der Übeltäter © Jono Rotten / flickr.com

Selbe Location, zwei Stunden später. Ich kann den Kerl mittlerweile nicht mehr sehen und möchte ihm seine symbolische Penis-Verlängerung am liebsten aus der Hand reißen und um die Ohren hauen. Der Vollhonk muss doch begreifen, dass er diese Nummer nicht stundenlang am Stück durchziehen kann ohne zu nerven. Tut er anscheinend nicht. Er geht in die Knie, er gibt alles. Die umstehenden Gäste rollen mit den Augen oder lächeln gequält.

Nicht falsch verstehen. Nichts gegen Leute in den 40ern in Discos, deren Zielgruppe in den 20ern ist. Echt nicht. Lustig und originell sind die älteren Generationen ja schließlich auch. Aber bitte - irgendwann ist auch mal gut!

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Autor: Sarah

In der Disco begegnen einem ja die gruseligsten Gestalten. Vom müffelnden Alternativen, der herumpöbelt und riecht, als hätte er in Bier gebadet bis hin zum widerlichen Aufreißer gibt es eine nahezu unerschöpfliche Bandbreite an unangenehmen Begegnungen, die man machen kann.

S. aus B. hatte ein besonders abartiges Erlebnis. Sie befand sich an einem ganz normalen Samstag Abend in ihrem Lieblingsschuppen. Ihr Freund wollte nachkommen, sie solange zwei, drei Stunden alleine Spaß haben. Unglücklicherweise hatte genau an diesem Abend der sonst so gern genutzte Karaoke-Floor eine Art geschlossene Veranstaltung. Blöd. Also ab auf den 80’s Floor um dort die Zeit totzuschlagen.

Disco ©416style

Es war kalt und die Musik langweilig und untanzbar, zumal eh kein Mensch sich auf der Tanzfläche sehen ließ. Nach über einer Stunde wurde die Erwägung, einfach nur um sich die Zeit zu vertreiben, zu tanzen allmählich sinnvoll. Während S. aus B. sich also unbescholten dreht und amüsiert, wird sie plötzlich von jemandem angetanzt. Er hat eine Glatze, große dümmlich dreinblickende braune Kuh-Augen und ist pummlig. Sein Teint und seine Gesichtszüge identifizieren ihn, vermutlich, als Südländer. Pikiert, aber ohne sichtbare Rücksichtsmöglichkeit, lässt S. sich das gefallen, ignoriert den herumhampelnden kleinen Moppi aber so gut es geht. Als dieser schließlich den Versuch startet, sie anzufassen, blockt sie höflich aber bestimmt ab. So nicht. S. versucht sich durch langsames Von-Dem-Typen-Wegtanzen seinen aufdringlichen und anzüglichen Tanz-Bewegungen (eindeutigen Hüftstößen, widerliche Gesten, sich über die Lippen lecken, penetrantes Zwinkern) zu entziehen, er verfolgt sie aber unablässig. S.’s Freund ist nicht zu sehen und irgendwann erträgt sie es nicht mehr - wortlos verschwindet sie für 10 Minuten auf der Toilette.

Als sie wiederkehrt, hat Moppi zum Glück das Weite gesucht und auch der Freund taucht bald auf.
Damit aber noch nicht genug. Nein, Moppi war bald darauf wieder da und hatte diesmal ein willigeres Opfer gefunden. Seine fleischigen Pfoten fummelten am Hintern einer relativ unansehnlichen Frau herum, die er den Rest des Abends nicht mehr aus seinen Fängen entließ. Das Ganze lief weit genug, dass Moppi mitten auf der Tanzfläche begann, durch das T-Shirt der Fremden dort, wo ohne Kleidung ihre Brustwarzen sein würden, zu belecken. Dieser verstörende und übelkeitserregende Anblick gibt S. aus B. und Anhang den Rest - Sie gehen nach Hause.

Weitere Gruselstorys dieser Art werden sicher folgen. Jede Disco ist immer auch irgendwo eine Freakshow.

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Autor: Sarah

Es ist jedes Mal dasselbe. Ob ich freitags gehe oder samstags spielt dabei gar keine Rolle. Jedes Mal ist er auch da. Entweder ist es Zufall oder dieser Mensch hat wirklich nichts anderes zu tun, als seine Wochenenden in schöner Regelmäßigkeit immer im selben Club zu verbringen. Immer auf dem Karaoke-Floor. Und immer mit der gleichen Show.

Seine Waffen: Dunkles, gelocktes Haar (nein, keine Glatze), das sich unter einer enganliegendenLippenpiercing © Zara Davis/flickr.com Skatermütze hervorkämpft. Schelmisch blitzende Augen, die sagen: „Du willst mich. Und ich hab Dich durchschaut.“ Gefolgt wird das Ganze von vollen Lippen, die sich durch ein silber blitzendes Piercing in ihrer Mitte unablässig ins Blickfeld stehlen.
Nachdem seine bloße Ankunft für anhaltendes Getuschel und erste verzückte Seufzer gesorgt hat, folgt seine inzwischen beinahe schon langweilige, aber unverwechselbare Tour: Seinen Auftritt ankündigen lassen, locker auf die Bühne schlendern und abwarten, bis das Scheinwerferlicht sein Gesicht bestrahlt. Dabei die Frauen von 18 bis Ende 20 ignorieren, die begeistert seinen Namen kreischen. Das Mikro in die Hand nehmen und jedes Mal den gleichen Titel singen. Crossover, cool und lässig mit Rap – was auch sonst. Den Song absolut genial herüberbringen und einen flüchtigen Blick auf die leuchtenden Mädchengesichter werfen. Unbeeindruckt von der Bühne gehen und sich feiern und bejubeln lassen. Dabei Unnahbarkeit und Gelassenheit ausstrahlen.

Mikrofon © Lui Lui/flickr.comJa, so läuft das. Und auch wenn man diesem lockigen Möchtegern-Adonis bereits ansieht, dass er über frauenfeindliche Witze lacht, Anzüglichkeiten zu seinem Alltagswortschatz gehören und er eher ranziges Bier trinken würde als sich mit einem seiner Groupies einzulassen, ist sein Charme schlichtweg unwiderstehlich. Und wenn er hundertmal seiner Freundin zu Hause mit einem arroganten Grinsen davon erzählt, dass ein Hühnerstall von Disco-Miezen heute wieder zu seinen Füßen lag: Er genießt den Kult um sich mit einer nahezu ekelhaften Süffisanz und macht keinen Hehl daraus.

Ja, und trotz alldem muss auch ich mich outen und seinen Fans anschließen. K ▪ ▪ ▪ ▪ ▪ ▪, ich will ein Kind von dir! Mit Lippenpiercing.

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